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Valentinstag: Was steckt hinter dem Tag der Liebenden?

Alternative Geschenke zum Valentinstag

Der Valentinstag hat eine uralte Tradition und wird in fast allen Teilen der Welt gefeiert – doch ist er noch immer ein schöner Brauch, um die Liebe zu feiern oder nur noch ein Konstrukt des kapitalistischen Systems, um Geld zulasten der Umwelt und Gesellschaft zu verdienen?

 

Die Tradition des Valentinstags

Um den Ursprung des Valentinstag ranken sich Legenden. Namensgeber soll der Bischof Valentin von Terni sein, der am 14. Februar 269 wegen seines Glaubens hingerichtet wurde. Er hatte gegen das kaiserliche Verbot Paare getraut und ihnen Blumen geschenkt.

Heute gibt es zum Valentinstag die unterschiedlichsten Bräuche – je nachdem in welches Land man blickt, ergeben sich andere Traditionen. So werden in Deutschland klassischerweise rote Rosen als Zeichen der Liebe verschenkt. Der Brauch, Rosen, Süßigkeiten und eine Karte zu verschenken, wurde von amerikanischen Soldaten im 2. Weltkrieg bei uns eingeführt. Beschenkt werden üblicherweise die Frauen von den Männern. Blickt man hingegen nach Japan, sieht der Brauch ein wenig anders aus. Hier wird dunkle Schokoladen von den Frauen an die Männer verschenkt, als Zeichen der Zuneigung und des Respekts. Die Einführung dieser Tradition wird einem Süßwarenhersteller zugeschrieben. Auch in Schweden stehen vor allem kommerzielle Zwecke im Fokus: Alles, was in Herzform ist oder ein Herz auf der Verpackung trägt, eignet sich dort als Geschenk für seine Liebsten.

Eine schöne Abwechslung bietet der Valentinstag in Finnland, denn hier gilt der Tag nicht nur für Verliebte, sondern auch für Freunde. Am 14. Februar werden dort nicht nur die Partner beschenkt, sondern auch die Freunde, meist mit einer Grußkarte.

Alle haben eines gemeinsam: An einem festgelegten Tag wird die Zuneigung zum Partner bekundet. Man möchte etwas schenken, das der Liebe Ausdruck verleiht. Dadurch ist der Valentinstag für die Wirtschaft vor allem eines: Ein sehr gutes Geschäft.

Doch braucht es dazu überhaupt etwas Materielles? Und sind diese Traditionen nicht langsam schon veraltet? Ein paar Gedanken zum Thema Schenken und der Gabentheorie behandeln wir nächste Woche in unserem Blogbeitrag „Die Gabentheorie: Warum Geschenke giftig sind.“

 

Rosen

Rosen, Bild von Dan Gold

 

Meistgeschenkt und daher problematisch: Blumen

Die beliebtesten Geschenke zu Valentinstag sind nach wie vor Blumen und Süßigkeiten. Im Schnitt gibt jede*r Deutsche am Valentinstag rund sieben Euro für Blumen aus. Die Folge: Die Blumenbranche verdient an diesem Tag in Milliardenhöhe – doppelt so viel wie normal. Was die meisten gar nicht wissen: Der Großteil der Blumen, die wir beim Floristen oder in Supermärkten kaufen, stammt nicht aus der Region, ja sogar nicht einmal aus Europa. Um die enorme Nachfrage zu decken, werden tonnenweise Blumen von weit her geflogen. 20 Millionen Rosen wurden 2017 allein von der Lufthansa nach Deutschland geflogen – rund 1.500 bis 1.700 Tonnen nur für einen Tag!

Eines der größten Herkunftsländer für Rosen ist Kenia. Dort sind Schnittblumen neben Tee die wichtigsten Exportgüter. Um eine ungefähre Menge zu haben: 97.000 Tonnen Schnittblumen werden in nur 9 Monaten des Jahres exportiert.

Doch diese Industrie hat auch große Schattenseiten, denn sie geht mit enormen Umweltproblemen einher. Der Blumenanbau benötigt sehr viel Wasser, was zu einer Absenkung des Grundwasserspiegels in dem ohnehin schon wasserarmen Kenia geführt hat. Zudem sind die Böden übersäuert von den chemischen Düngemitteln und Pestiziden, die daneben auch noch das Wasser belasten. Nitrate und Pestizide bergen Gefahren für die Gesundheit der Arbeiter*innen, die nur selten Schutzkleidung tragen. Hinzu kommt, dass diese unter schlechten Arbeitsbedingungen oft ausgebeutet werden. Auch die Umwelt dort leidet, nicht nur aufgrund des massiven Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch wegen der Förderung von Monokulturen. Das wiederum schadet der Artenvielfalt und laugt die Böden aus, wodurch sie unfruchtbar werden. Große Mengen an Pestiziden sind notwendig, denn Krankheiten können sich auf den riesigen Anbauflächen schnell verbreiten und sind dementsprechend unerwünscht. Innerhalb weniger Wochen sollen die Blumen erntereif sein – mit natürlichem Wachstum hat das noch wenig zu tun.

Die Vertriebswege sind weit verzweigt und undurchsichtig, wodurch bei konventionellen Blumen oft unklar bleibt, wo sie genau herkommen. Nach dem Ernten treten die Schnittblumen ihre lange Reise zu uns an – und erhalten aufgrund des langen Transportweges mit dem Flugzeug einen großen ökologischen Fußabdruck.

Die Alternative zu den Rosen aus Afrika bilden oft welche aus den Niederlanden. Doch erstaunlicherweise haben sie – trotz des kürzeren Transportwegs – eine schlechtere CO2-Bilanz als Fairtrade-Rosen aus Afrika. Der Grund: Hierzulande müssen sie in Treibhäusern angebaut werden, die mit viel Energieaufwand beheizt werden. In Kenia oder Tansania hingegen können die Rosen durch die guten klimatischen Bedingungen ohne Beheizung oder ähnliches wachsen. Wichtig ist nur, dass sie nicht konventionell angebaut werden, sondern aus fairem Handel stammen.

 

Bessere Geschenkideen

Zunächst einmal: In unseren Augen braucht es keinen von anderen festgelegten Tag im Jahr, an dem man sich seine Liebe bekundet. Im Idealfall sollte man sich jeden Tag besonders ehren und schätzen und die Liebe jeden Tag pflegen, unabhängig von vorgegeben Feierlichkeiten. Besondere Verbundenheit ergibt sich, wenn man sich als Paar einfach einen besonderen Tag im Jahr aussucht, an dem man sich gegenseitig beschenkt. Und dann keine Schnittblumen aus dem Supermarkt oder von der Tankstelle, sondern etwas mit Sinn und Verstand, das den Partner wirklich freut und persönlich berührt.

Überlegt doch einmal, was euer Partner / eure Partnerin besonders gerne mag, oder ob er oder sie in letzter Zeit einen besonderen Wunsch geäußert hat. Vielleicht braucht er oder sie auch irgendetwas Spezielles?

Kreativ und persönlich sind selbstgemachte Geschenke. Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbst gebastelten Fotoalbum mit den schönsten Momenten oder ein köstlicher, selbst gebackener Kuchen? Wer talentiert ist, kann sich auch an einem handgearbeiteten Schmuckstück versuchen.

Doch am persönlichsten ist es natürlich, gemeinsam verbrachte Zeit zu verschenken. Hier bieten sich trotz Corona-Lockdowns viele Möglichkeiten! Wie wäre es denn, wenn ihr euch den Restaurant-Flair nach Hause holt und gemeinsam ein Mehrgang-Menü zaubert, mit allem was ihr gerne mögt?

 

Nachhaltige Blumen

Falls es doch Blumen sein sollen, auf jeden Fall darauf achten, dass die Blumen fair gehandelt sind und/oder aus biologischem und regionalen Anbau stammen.

Bei fair produzierten Blumen werden weniger Pestizide eingesetzt. Es gibt eine Liste mit verbotenen Pestiziden und klare Vorgaben, dass z. B. Schutzanzüge getragen werden müssen. Durch eine Codenummer kann die Blume eindeutig einer Farm oder einer Gärtnerei zugeordnet werden. Das Fairtrade-Siegel ist ein Garant, dass mit den gekauften Blumen nachhaltige Anbaupraktiken, Arbeitsschutz, Arbeitsverträge und Mindestlöhne für die Beschäftigten gefördert wird. Das Wasser-Problem wird mit dem Siegel allerdings nicht gelöst. Außerdem bedeutet fair nicht gleich biologisch. Denn bei Fairtrade stehen nur besonders bedenkliche Pestizide auf der Verbotsliste.

Blumen aus biologischem Anbau sind nicht mit synthetischen Pestiziden oder Düngern behandelt. Hier gelten gleich strenge Richtlinien wie beim Anbau von Bio-Lebensmitteln. Gedüngt wird nur mit organischen Düngern wie Horn oder Kompost. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind absolut tabu. Zur Stärkung der Pflanzen werden natürliche Mittel wie Gesteinsmehl oder pflanzliche Kräuterauszüge verwendet. Nützlinge wie Marienkäfer sind willkommen, denn auch sie leisten einen natürlichen Schutz, z. B. gegen Läuse. So wird die Artenvielfalt gefördert.

Am besten ist es, saisonale Bio-Blumen aus der Region zu kaufen. Zur aktuellen Jahreszeit sind frische Blumen aus der Region jedoch schwer zu finden, allerdings bieten immer mehr Floristen und Händler schöne Trockenblumensträuße und -kränze an! Diese halten praktisch ewig und haben nur eine kleinen Transportweg hinter sich, falls es sich um Wildblumen aus der Region handelt. Somit bilden sie eine wirklich nachhaltige Alternative zu exotischen Sträußen.

 

Trockenblumen-Sträuße

Trockenblumen-Sträuße, Bild von Storiès

 

Auch wenn es dieses Jahr aufgrund des Corona-Lockdowns nicht so einfach ist wie sonst, Blumen zu kaufen, erkundigt euch doch mal im Internet: Viele lokale Blumenhändler und Gärtnereien bieten Click & Collect an und auch auf vielen Wochenmärkten sind mittlerweile faire Blumen in Bio-Qualität zu finden. Oftmals hilft es, bei den Floristen nachzufragen, woher die Blumen stammen, wie sie gehandelt und mit was behandelt wurden. Das signalisiert, dass sich immer mehr Menschen für die Herkunft und den Anbau von Blumen interessieren und kann durchaus ein Umdenken bei den Blumenhändler*innen bewirken.

Oder warum bereits dieses Jahr nicht an nächstes Jahr denken und Blumen einfach selbst säen? So habt ihr das Ganze Jahr über eine Freude, habt ein absolut persönliches Geschenk und tut zudem noch was für die Umwelt. Denn die Bienen, Schmetterlinge und Käfer in eurem Garten oder auf dem Balkon freuen sich. Den idealen Samenmix dafür findet ihr hier:

Samen für eine Bio-Nützlingsweide

Samen für eine Bio-Nützlingsweide

 

Ihr seht, es gibt zahlreiche Alternativen zum Valentinstag an sich, Alternativen zu den klassischen Geschenken der Konsumindustrie zu diesem Tag und auch zahlreiche Alternativen zu konventionellen Blumen. Vielleicht könnt ihr euch die ein oder andere Inspiration aus diesem Blogbeitrag mitnehmen, denn die Ideen lassen sich natürlich nicht nur auf den Valentinstag anwenden, sondern auch auf viele andere Anlässe und Gelegenheiten, wie beispielsweise der Muttertag.

In diesem Sinne wünschen wir von beeanco euch einen schönen, angenehmen Sonntag mit euren Liebsten. Euer beeanco-Team (Hannah K.)

 

Bild: Severin Candrian

 

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