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Atomkraft – Nein Danke! Atommüll

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Altlasten für unsere Kinder

Immer noch wird offen darüber sinniert, ob nicht Atomkraft eine Alternative für die Energiegewinnung sein kann. Immerhin wird ihr nachgesagt, dass sie wenig bis gar kein CO2 ausstößt (stimmt natürlich nicht) und damit in der Energiewende eine wichtige Rolle spielen könnte. Dass dies ein fataler Irrtum ist, zeigt sich anhand vieler Fakten und Argumente, doch wenige sind so zwingend für unsere Zukunft wie die Problematik des Atommülls.

 

Was macht Atommüll so gefährlich?

Die einfache Antwort setzt sich aus dem Faktor Zeit und dem Faktor Strahlung zusammen. Der zentrale Begriff um den es geht, lautet „Halbwertszeit“. Dies bedeutet, dass nach einer Zeit X die Hälfte des radioaktiven Materials abgeklungen ist und weniger strahlt. Das Problem der Strahlung löst sich also von alleine – nur eben nach einer gewissen Zeitspanne. Der Atommüll besteht meistens aus einer Mischung verschiedener strahlender Elemente und Spaltprodukten. So beträgt die Halbwertszeit von Radon (222RN) gerade einmal 3,8 Tage. Caesium (137Cs) klingt nach 30,2 Jahren zur Hälfte ab und Plutonium (238Pu) erst nach 87,74 Jahren. Das ist schon eine beachtliche Zeit, wenn in über 170 Jahren (Achtung eigentlich ist es sogar eine e-Funktion!) die Gefahr von diesem Atommüll noch nicht überwunden ist. Die Spitzenreiter allerdings verdeutlichen das Problem in ihrer Vehemenz. Uran (238U) kommt auf stolze 4,47 Milliarden Jahre, aber wird von Bismut und Tellur weit in den Schatten gestellt.

Bereit?

Tellur (128Te) besitzt eine Halbwertszeit von 7×1024 Jahren – das sind 7 Quadrillionen Jahre (7000000000000000000000000 Jahre). Natürlich ist dies die Spitze des schmelzenden Eisbergs und das Isotop des Tellurs ist selten, aber die Zahl soll auf eines hinweisen: Selbst geringere Halbwertszeiten stehen außerhalb unserer Vorstellung von Zeit und schlimmer noch außerhalb unserer Einflussnahme auf diesen Super-Müll.

 

Wohin mit dem Atommüll?

Das ist sicherlich die Gretchenfrage. Es existieren zahlreiche Ideen, wie man mit diesem Sondermüll umgehen kann und muss. Der bisherige Konsens ist das „Verstecken“ unter der Erde, in sogenannten Endlagern. Auch dies ist nicht unumstritten und beherbergt gleich mehrere Konflikte. Von der einfachen Überlegung wer gerne nahe eines solchen Lagers leben möchte mal abgesehen, sind die Anforderungen an die unterirdischen Lager (Doku) enorm. Die Mindesttiefe muss zwingend mehr als 3000 Meter betragen und die Region muss unbewohnt sein (nur für den Fall). Schwieriger wird es ferner, wenn die tektonischen Bedingungen betrachtet werden müssen, denn es darf natürlich keinerlei Gefahr von Erdbeben ausgehen, die diese Lager zerstören könnten und so den Austritt des Mülls ermöglichen könnten. Dazu zählen auch detaillierte Kenntnisse der geologischen Struktur, da es auf keinen Fall zu Spalten oder Zersetzungen der Gesteinsschichten kommen darf. Ganz oben auf der Liste steht aber auch die Isolation des Lagers, wenn es um Wasser geht. So darf von oben kein Wasser eindringen, die die Fässer mit dem Atommüll angreifen würde und zur Korrosion bringen könnte, aber auch nach unten hin muss eine absolute Trennung vorhanden sein. Denn klar ist: Wenn durch einen Austritt von gefährlichem Material eine Kontamination des Grundwassers geschieht, sind die Folgen nur schwer einschätzbar und die Gegenmaßnahmen nicht Mals überschaubar. In der Vergangenheit zeigte sich, dass kein Bundesland oder Region sich über Atommüll freute – von den Bürgern nicht zu sprechen. Wer kann eigentlich über Millionen Jahre hinweg die geografischen und tektonischen Bedingungen prognostizieren? Und wie können wir eigentlich sicherstellen, dass nach diesen Zeitspannen die Gefahr, die von diesen hochgradigen Risikostellen ausgeht noch korrekt dargestellt (Doku) werden kann? Sprich ein Metallschild mit der Warnung vor Radioaktivität überlebt so lange nicht und auch andere Warnhinweise werden dies nicht leisten können, wodurch bereits diskutiert wird, den betroffenen Stellen in Stein gemeißelte Symbole bereitzustellen, da nichts anderes so lange hält. Ob eine zukünftige Gesellschaft dann noch mit den Symbolen der Gegenwart etwas anfangen kann, ist dabei eine gänzlich andere Frage.

 

Alternative Entsorgung

Recycling wäre eine passende Methode, nur gibt es das nicht. Keine Technik kann bisher die Gefahren eindämmen oder die Prozesse umkehren. Wer hier mit zukünftigen Technologien argumentiert, spielt salopp formuliert Poker mit der Zukunft (Das kennt man auch von Diskussionen über den Klimawandel oder Dieselfahrzeugen). Momentan ist es sogar der Fall, dass in Tschernobyl und Fukushima Technologien ungenutzt neben den havarierten Anlagen stehen, die zur Detailverbesserung dienen sollten, weil die Technologie noch nicht so weit ist und/oder die Kosten zu gewaltig sind. Selbst wenn es Anlagen zur Dekontamination und Recycling der Stoffe geben würde, hätten diese doch wiederum die gleichen Probleme wie Atomkraftwerke selbst – Sicherheit, Kosten, Gefahren (etc.).

Und dann gab es noch die ganz geschickten Denker, die den gesamten Unrat menschlicher Überheblichkeit einfach gen Sonne schicken wollten. Der Atommüll würde in der Sonne verdampfen und wäre für immer aus den Augen und aus dem Sinn. An sich richtig, wäre da nicht die Herausforderung den Müll erst mal in Richtung der Sonne zu schicken. Dies ginge nur mit erheblichem Aufwand wie durch Raketenstarts. Das würde nicht nur Kosten verursachen, die unsere Stromrechnungen wohl zu einem Albtraum transformieren würden, sondern erzeugt bei jedem Raketenstart auch so hohe Emissionen, dass wir nichts gewonnen hätten. Und dann wieder diese Gefahr – eine einzige explodierte Rakete (wir erinnern uns an die Unfälle) könnte unsere gesamte Atmosphäre verstrahlen – die Konsequenzen wären apokalyptisch. Keine Option.

 

Weitere Probleme und eine Lösung

Der ganze Müll birgt noch unzählige weitere Gefahren. Mithilfe dieser Substanzen lassen sich immerhin auch Waffen herstellen, und zwar im schlimmsten Falle sogar „schmutzige Bomben“. Auch der Transport von Atomkraftwerken zu den Endlagern ist nicht unproblematisch. Die Castor-Transporte genannten Überführungen fahren an bewohnten Gebieten vorbei und werden mit „Argusaugen“ von Kritikern beobachtet. Die Behälter mit dem radioaktiven Abfall können 800 Grad Celsius verkraften, was in einem Katastrophenszenario mit Flammen nicht ausreichen würde und sie überstehen Stürze bis zu 9 Meter, wobei Brücken und Täler überwunden werden müssen, die weit tiefer sind. Zusätzlich wird der Atommüll über Ländergrenzen hinweg verschoben. Zum Schluss noch eine kleine Übersicht, wie viel „ewiger Müll“ produziert wird – als Statistik und als Zahl: Pro AKW/ Jahr sind es 30 Tonnen (zuzüglich weiterer Mengen)!

Angesichts dieser ganzen Fakten gegen jeglichen menschlichen Verstand, kann es nur eine Lösung geben: Ausstieg, und zwar aller Länder und überall! Die Alternativen, die uns mit den erneuerbaren Energien schon jetzt zur Verfügung stehen, sind einsatzbereit, getestet, und bereits jetzt akzeptabel effizient. Allein ihr weiterer Ausbau muss gewollt, geplant und gefördert werden. Funfact: Einige Regionen und Parteien fordern einen größeren Abstand von Wohnhäusern zu Windkraftwerken als von Wohnhäusern zu Atomkraftwerken – eine strahlende Zukunft steht uns bevor. Euer beeanco-Team (Ulf S.)

Foto: Dirk Rabe

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