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BlackLivesMatter: Demo in Düsseldorf

Black Lives Matter Demo

BlackLivesMatter: Nach dem Mord an dem US-Amerikaner George Floyd durch einen Polizisten, kommt die Welt nicht mehr zur Ruhe. In vielen Städten rund um den Globus fanden und finden daher Proteste gegen Polizeigewalt und für die Gleichbehandlung aller Menschen statt. Wir waren in Düsseldorf (NRW) vor Ort, um den friedlichen Protest zu unterstützen.

 

Gesellschaft verpflichtet!

No to racism!

Plakat gegen Rasissmus (Foto: Jara Reker)

 

Überwältigende Anzahl

Der Demozug begann in Düsseldorf am DGB Haus und verlief durch die Stadt bis zum Landtag, auf dessen großen Außenbereich die volle Dimension der Menschenmenge erst zur Geltung kam. Angekündigt zur BlackLivesMatter Demo waren mehrere Hundert Menschen – es kamen Tausende. Laut den Veranstalter:innen zog der Ruf nach Gerechtigkeit etwa 8000 Protestierende zusammen und obwohl die Schätzung von Menschentrauben schwierig ist, kann von dieser Größenordnung definitiv ausgegangen werden. Dabei war nicht nur die schiere Anzahl überwältigend, sondern vor allem auch die große Solidarität aus den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft. Die Gleichbehandlung der Mitmenschen mobilisierte neben der geschlossenen schwarzen Community auch viele weiße Menschen und unterschiedlichste Ethnien. Rassismus ist ein strukturelles Problem und trifft jeden anders – heute waren sie vereint.

Demonstranten gegen Rasissmus

Demonstranten gegen Rasissmus (Foto: Jara Reker)

 

Eine Jugend steht auf

Besonders auffällig war dabei die Vielzahl der jungen Leute, die sich eine Zukunft ohne Diskriminierungen und Hass wünschen. Die teils sehr jungen Demonstrierenden waren dabei laut und hervorragend vorbereitet. Die mitgebrachten Plakate und Banner mit eindeutigen Botschaften und Appellen waren zahlreich und bedeckten beinahe den gesamten Demozug. Ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben und viele andere Sprechchöre begleiteten die Kundgebung. Doch es waren die Jugendlichen und Heranwachsenden, die diesen Protest so eindringlich machten. Sie werden die Zukunft sein, in einer Realität, die sie weder ausreichend schützt, noch fördert. Die Probleme und Anfeindungen des Alltags sind allgegenwärtig und wurden von den Redner:innen pointiert dargestellt. Das ist keine Perspektive, sondern das Wissen um das eigene Martyrium – selbstverständlich bewegt dies eine junge Generation von Menschen. Die in kleinen Gruppen gekommenen Jugendlichen wurden dabei begleitet von ihren Freund:innen, die sie in ihrem Kampf um mehr Gerechtigkeit unterstützten. In Düsseldorf waren ebenfalls Kinder zu sehen, die von ihren Eltern auf Schultern getragen, die Eindrücke in ihr junges Leben mitnehmen – eine bittere aber notwendige Vorbereitung.

Kinder auf der Demo

Kinder auf der Demo (Foto: Jara Reker)

 

Höflichkeit und Respekt

Der BlackLiveMatters Protest verlief vollständig friedlich und war von großem Respekt erfüllt. Die Menschen waren höflich zueinander und suchten den Austausch. Nicht leicht in Zeiten der Coronakrise. So trugen die Teilnehmer:innen Mundschutz und hielten, so gut es ging, voneinander Abstand. Immer wieder stellten die Veranstalter:innen sicher, dass die Auflagen umgesetzt wurden und niemand in Gefahr gebracht wurde. Dabei dienten die Mund-Nasen-Masken auch als Protestfläche, die mit den letzten Worten George Floyds gezeichnet waren – I can’t breathe (Ich kann nicht atmen). Wie seitens der Veranstalter:innen vorgegeben, kamen die Teilnehmer:innen beinah ausschließlich in schwarzer Kleidung, was den gemeinsamen Auftritt Nachdruck verlieh. Von dem Dach eines ausrangierten Einsatzfahrzeugs aus, wurden Reden und Ansprachen formuliert, Gedichte rezitiert und dem Anliegen ein Sprachrohr gegeben. Die erbarmungslose Erkenntnis lag hier in dem Auftritt der Menschen vor Ort, die diesen Kampf bereits so lange führen müssen, dass sie einige Kompetenz darin vorzuweisen wissen. Seit so langer Zeit bereits fehlen die Antworten auf dringliche Fragen der Gleichstellung, seit zu vielen Jahrzehnten finden keine oder kaum rechtliche Konsequenzen in den Parlamenten dieser Welt statt. Es wird Zeit für ein Umdenken und für einen entschlossenen Kampf gegen Rassismus in all seinen Formen. Wenn für wahre Gleichheit keine Gegenwart gefunden wird, dann kann unsere Zukunft auch keine Friedliche und Nachhaltige werden. Wir sind ökonomisch, ökologisch, kulturell und philosophisch eine Welt – eine Menschheit! euer beeanco-Team (Ulf S.)

Protestierende mit Plakat

Protestierende mit Plakat (Foto: Jara Reker)

 

Fotos: Jara Reker

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